Hindenberg Dirt Track Races 2011…
...fanden am letzen Augustwochenende 2011 statt.

Voriges Jahr fand das erste flat-track-race seiner Art in Deutschland statt:
Das „Hindenberg Dirt Track Race“ wurde auf der historischen Sand-Langbahnstrecke Lübbenau / Hindenberg (gelegen in Brandenburg, im nördlichen Spreewald, ca. 100 km südlich von Berlin) gestartet.
Die Bahn ist eine der 3 größten und damals bekanntesten Sandbahnen ostdeutschlands.
Diese Kultstätte wurde 1970 errichtet und ist seitdem nahezu originalgetreu erhalten.
Die Sandbahn ansich ist ein eiförmiges „tri-oval“ von ca. ½ Meile Länge (ca. 800m) mit harter Oberfläche aus relativ feinem Kies/Schotter, die Amis würden das wohl gravel nennen.
Diese Art von Oldtimer-Motorsportveranstaltung ist, jedenfalls In Deutschland, ein neuer Knüller der bisher alles dagewesene dieser Art-und-Weise in den Schatten stellt und ein Novum für diese Bahn ist, die doch eher den Motorrad-Speedway-Profis vorbehalten ist.
In diesem, von authentischem Charme vergangener Zeit gekennzeichnetem Motodrom veranstaltete das HDTR-Team ein Rennen von besonderer Art, was es höchstwahrscheinlich so in Deutschland noch nicht gegeben hat:
Oldstyle-Dirt-Track Rennen für Amateure mit Motorrädern und Automobilen die bis inklusive 1959 gebaut wurden.
Eine Mixtur aus US-flat-track Rennen der 30er bis 50er Jahre, in Dimensionen des europäischen Motorrad-Speedway.
Es fanden sich pro Klasse jeweils 12 Motorrad- und Automobil Lenker erst zum Training dann zum Wettstreit, Mann gegen Mann auf der Bahn ein, um die eigentlich großzügig bemessene Bahn ziemlich eng werden zu lassen!Es wird mit jeweils 4 Autos bzw. Motorräder gestartet um in diversen Läufen im Ausscheidungsverfahren den Schnellsten auszusieben.
Die Fahrer müssen von Anfang an richtig Gas geben und ihre Kisten gut beherrschen um sich eine vordere Position zu ergattern, denn die Läufe sind nur 4 Runden kurz!
Der Untergrund ist lose, es darf gedriftet werden – eine besondere Herausforderung für die Fahrer, bei denen sich schnell die Spreu vom Weizen trennt.
D.h. seltene, alte, aufregende Vehikels in kurzweiliger, adrenalinhaltiger „race-action“ wo der Deck ordentlich fliegt!
Die ca. 600 Zuschauer, die auf den Tribühnen die ganze Bahn gut überblicken können, bekamen
Fahrzeuge wie: 1923er & '25er Ford T Trackroadster, 1932er & '34er original Ford Stocker, mehrere Ford Model A's.... sowie in der Motorradklasse: 1958 BSA Goldstar, Horex Regina, mehrere HD WLC 750, HD KR, Triumph, 1938 BMW R 51 und R 60 von 1955 in Aktion zu sehen.
Die Baujahre der Fahrzeuge erstreckten sich also von 1923 bis 1958.
Einige selbstpräparierte Gefährte waren dabei, sowie auch zwei echte Stockcars die bereits in den 50’er Jahren Rennen in den USA gefahren sind.
Nach einer Einführungsrunde, mit dem legendären Kaiser-Jeep als Pacecar, und zwei Trainingsläufen, ging es dann zur Sache.
Die Motoren drehten hoch, brüllten, die grüne Flagge hob sich und der Dreck flog meterweit. Pünktlich zu den Wertungsläufen setzte zwar ein fieser Nieselregen ein, dieser aber brachte nur dem bahneigenen Sprengtankwagen -Marke LIAZ, ein paar weniger Runden ein, den Fahrern und Zuschauern aber spannende Rennrunden auf dem dadurch schlüpfriger werdenden Untergrund.
Die Schlammschlacht ging rund, wehe dem der keine Brille gesetzt hatte.
Das letzte Rennwochenende war also etwas verregnet, was die Läufe in einer Schlammschlacht enden ließ- für die begeisterten Zuschauer natürlich besonders spannend und der guten Stimmung nicht abträglich- wodurch allerdings relativ wenig Schaulustige den Weg nach Hindenberg auf sich nahmen.
Gegen 17 Uhr gingen die Wertungsläufe dann zu Ende und die Finalläufe waren angesagt.
Die drei Schnellsten jeder Klasse verdienten sich einen Pokal und wurden gefeiert. Als Sieger in der Motorradklasse ging Sportsfreund Niemeyer aus Hamburg auf der BSA Goldstar, ein alter Hase auf seinem Gebiet -dem Vintage-Motocross, hervor.
Bei den Autos hat’s der Ronald Schulz aus Teterow mit seinem 4-zylindrigen Ford T-Racer auf die oberste Stufe des Treppchens geschafft.
Abends wurde die Premiere in gemütlich, kleinerem Kreis bei guter flüssiger und fester Nahrung, trocken unterm großen Dach gefeiert - Man genoss bei musikalischer Unterhaltung mit "Ricky Rocket & and the Phantoms" auf der Bühne, Tanz, Bier und Likör!
Alles in Allem eine runde Sache die Ihre Fortsetzung im nächsten Jahr finden wird. Ahoi!

Wir danken dem MSC Lübbenau,
der Agrargenossenschaft Klein Radden,
und vor allem allen fleißigen, amtlichen- und ehrenamtlichen Helfern,
Akteuren und Besuchern,
ohne die das alles nicht möglich geworden wäre!